218 315

Galerie 288 im Ordner 17 “Lok- Portraits”

Die Fast- Museumslok 218 315

<1> Für diese Lok und drei Schwestern hieß es heute vorläufig Abschied zu nehmen, denn die vier 218 315, 321, 366 und 385 wurden von Niebüll aus zum Abstellplatz nach Engelsdorf gebracht. Ihre Zeit im Sylt- Verkehr ist vorbei, dabei sieht 218 315 noch so aus wie neu . . .
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Sie wurde zu einer typischen traurigen Gestalt wie Don Quijote. Vielleicht ist sie aber auch Sinnbild geworden für eine “moderne” Eisenbahn, die nicht mehr funktioniert, weil sich die Umstände geändert haben. Die Lok wurde Anfang 2025 in Cottbus neu untersucht und mit großem Aufwand auch neu lackiert in die historischen Farben einer Museumslok – wunderschön. Dafür aber wurde bei der HU möglicherweise am falschen Ende gespart, womit das Dilemma zutage tritt: Früher bestimmte des AW, welche Arbeiten zu machen sind und welche nicht, oder auch, welche zu teuer werden würden. Heute kommen die Loks mit konkretem Auftrag ins AW und nur das wird gemacht, was beauftragt ist und bezahlt wird. So kam unsere 218 315 mit frischer HU nach Sylt, machte aber schon nach wenigen Tagen schlapp und war selbst in der geübten Werkstatt Niebüll nicht wirklich ans laufen zu bekommen, sie stand länger, als sie fuhr. Nun hat die Bahn einen vorläufigen Schlußstrich gezogen und vier 218er abgefahren, womit klar sein dürfte, daß sie es ernst meint und die Zeit der 218 in Niebüll (fast) beendet ist. “Fast” deshalb, weil wenige betriebsfähige Loks noch vor Ort sind für den Reservefall, die Plandienste sind vorbei. Da die 315 eine langjährige Syltlok war und zum Schluß noch fast zur Museumslok wurde, will ich ihr hier hier ein kleines Denkmal setzen, möchte aber davon ausgehen, daß sie den Weg in private Hände finden wird und sie doch noch eine Zukunft haben möge – Nur nicht mehr beim bisherigen Eigner Deutsche Bahn. So geht eine Lok mit fast vollen Fristen und optischem Superzustand auf den Abstellplatz . . .

Die Daten der 218 315 aus der Datenbak von Revisionsdaten.de

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<3> Ich sah sie erstmals Anno 2001 im Bw Westerland, da gehörte sie schon zum Syltverkehr, allerdings vom Bw Lübeck aus. Hier steht sie mit der 371 neben dem Sylter Lokschuppen und wartet auf neue Einsätze. Die 218 371 steht heute als Ersatzteilspender bei RailSystems in Gotha, ist schon länger nicht mehr in Betrieb
<4> Auch im Jahre 2013 traf ich sie im Syltverkehr an, die 315, hier mit der 348 bei Morsum am Damm
<5> Wo etwas später dieses Fernbild (ca 5 Km) entstand vom selben Zug
<6> Im November 2013 stehen die fast- Schwestern 313 und 315 bereit mit einem Fernzug von der Insel
<7> Und auch im Frühjahr 2015 an selbem Ort, diesmal mit der 345 zusammen
<8> Anno 2019 habe ich mal ihr Untersuchungsdatum geknipst mit dem ganz entscheidenden Kürzel “HBX” = Diese drei Buchstaben standen für Qualität, nämlich für das AW Bremen, das für Dieselloks prädestiniert war und in einer eigenen Abteilung eine Werkstatt zur Aufarbeitung von Dieselmotoren hatte mit Fachleuten, die jahrzehntelange Erfahrung hatten. Alles wurde von der Bahn platt gemacht, weil kurzsichtig und falsch am Schreibtisch entschieden worden war, auf die 218 in absehbarer zeit zu verzichten . . . Daß es noch jahrelang dauern würde und zu großen Problemen führen würde, auf Bremen zu verzichten, das wollte man nicht wahrhaben . . .
<9> Auf einem älteren Bild habe ich die vorhergehenden Untersuchungsdaten dokumentiert, die zeigen, daß die Untersuchung vom Februar 2009 für volle Acht Jahre Einsatz gesorgt hat – Klar, sie war ja in Bremen gemacht worden! Und in Niebüll verlängert bis 2016, später noch einmal bis 2017, bis die Acht Jahre voll waren, die als Grenzwert galten und in vielen Fällen immer noch gelten, obwohl diese Grenze langsam aufgeweicht wird
<10> Hier ist die 315 die zweite Lok hinter der 344 bei den alten Signalen von Keitum
<11> Hier darf sich die 315 mit der 322 in Tinnum etwas ausruhen vor der nächsten Fahrt zum Festland
<12> Gleich Vier 218er auf einem Bild: Unsere 315 erreicht die Insel mit der Schwester 322, und 218 380 mit der 833 schauen zu
<13> Das war also viele Jahre lang ihr täglich Brot, zuverlässig den Syltverkehr zu unterstützen. Hier in Tinnum mit der leider schon verschrotteten 218 389 ein weiteres Mal auf dem Wege zum Festland
<14> Dann wurde Anfang 2025 eine neue Hauptuntersuchung Pflicht, zu der sie zugelassen wurde, allerdings mußte sie dazu ins so weit entfernte Cottbus an der polnischen Grenze. Und dort wurde nur das gemacht, was beauftragt war, und das war vielleicht etwas zu wenig. Sie wurde mit dem Datum 25.02.25 aus dem AW Cottbus entlassen, hatte aber in den nächsten Tagen bereits Probleme und war für Restarbeiten wieder in Cottbus, bevor sich sie Ende März in Niebüll sichten konnte (siehe oben), wo sie aber NICHT im Einsatz war wegen irgendwelcher Probleme, die man noch erledigen wollte in der geübten und gutsortierten Werkstatt in Niebüll
<15> Sie kam tatsächlich in den Dienst in Niebüll und war fortan als vielbeachtetes Schmuckstück eine zeitlang vor Schnellzügen zu sehen. Ich traf sie am 13. Mai 25 im noch neuwertigen Zustand mit den ersten Mücken auf der Front in Itzehoe und dachte (wie alle anderen), diese Lok werde uns noch acht Jahre lang erfreuen, daraus wurde aber leider Nix . . .
<16> Immer wieder war die Lok mal kurz im Einsatz, dann wieder in der Werkstatt
<17> Die Werkstattage häuften sich und überstiegen bald die Einsatztage
<18> Auch die fleißige Werkstatt in Niebüll schaffte es nicht, die Lok in den funktionierenden Einsatz zu bringen
<19> Aller schönen Erwartungen zum Trotz blieb es für mich bei dieser einen Begegnung in Itzehoe, mir ist nie wieder danach eine Betriebsaufnahme gelungen, in den letzten Monaten war die Lok dann gänzlich abgestellt in Niebüll und das allgemeinhe Ende der 218 dort dort holte sie auf dem Abstellgleis ein
<20> Im Mai 2026 gingen dann alle Signale für die 218 auf “Halt” und die Werkstattdienste in Niebüll wurden auf wenige gut erhaltene Reserveloks reduziert, die zwar in den letzten Tagen immer mal wieder liefen, deren Ende aber deutlich absehbar ist. Die vier heute zum Lokfriedhaof nach Endgelsdorf gebrachten Loks werden nicht die letzten sein, die dorthin rollen werden als vorläufig letzte Fahrt – Aber die Hoffnung ist groß, daß einige von ihnen einen Käufer finden werden, der nicht “Bender” oder “Steil” heißt . . .
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Dank für Euer Interesse

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