Sonderbauarten

Galerie 283 im Ordner 33 “Eisenbahn- Wagen”

Wagen einer Sonderbauart

Damit sind Wagen gemeint, die nicht auf den ersten Blick als “Güter-” oder “Reisezug”- Wagen einzuordnen sind, Wagen, die einem speziellen Zweck dienen oder so ungewöhnlich sind, daß sie eben einer Sondervorstellung bedürfen. Mal sehen, was alles anfällt für diese Kategorie . . .

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<1> Was ist das denn? Ein uralt-Halbwagen mit doch eher ungewöhnlicher Ladung > Ein genauso alter Flugzeugrumpf. Und da gibt es einen Zusammenhang, der sich nicht sofort erschließt: Das ist ein ausgemusterter Militärflieger, dessen Düsentriebwerk noch in Funktion versetzt werden kann, um im Winter Weichen zu enteisen – Kein Scherz! Dieses Fahrzeug stand 1980 im Bw Liberec/Reichenberg (heute Tschechien) und war damals wahrscheinlich noch einsatzfähig (!)
<2> Hier der Beweis, daß auch eine scheinbare Lok ein Wagen sein kann und gleichzeitig, daß auch in Deutschland Flugzeugturbinen als Weichenheizung verwendet wurden, wenngleich auch nicht im Westen, sondern in der DDR = In Knappenrode bei Hoyerswerda ganz im Osten der Republik gab (gibt?) es ein kleines Braunkohlenmuseum der LAUBAG mit dieser ehemals tschechischen Rangierlok, die zur Weichenheizung Typ “Radikalinski” umgebaut worden war mit Hilfe eines Strahltriebwerks aus einem Militärflieger – Ich komme aus dem staunen nicht heraus. Dank an Dominik!
<3> Das Ding war so montiert, daß man damit sogar “zielen” konnte, aber wahrscheinlich hat man jegliches Biotop in der Weiche mit weggeflämmt und manche Schwelle angekokelt. Mit einem “Wuusch” war das ganze Dorf wach, aber die Weiche für drei Tage rotglühend . . . so stell ich mir das vor . . . Dank an Dominik für diesen Beweis für etwas, daß ich ohne Fotos nicht geglaubt hätte. Damit konnte man auch ganze Felder neben der Bahn abflämmen, also mit Bushaltestelle und Wildtränke, Wooosch, fertig. Sagenhaft. Was konnte man sonst noch machen? Bratkartoffeln! Bratkartoffeln frisch vom Feld . . .

Sorry für die scherzhafte Darstellung eines eventuell wichtigen Vorgangs. Hat ein Leser vielleicht noch weitere Bilder oder Geschichten dazu? Wie schmecken die Bratkartoffeln vom Feld ?? 🤣

<4> Seht her: Völlig unklar, was das einmal war = Es kann ein Güterwagen gewesen sein, aber auch ein früher Personenwagen, es könnte theoretisch auch ein Tender gewesen sein. Auf jeden Fall war das hier sicherlich der vom Ursprung her älteste Güterwagen, den ich jemals sah! Puffer und Aufbau stammen (gebastelt) aus neuerer Zeit, aber der Unterbau könnte aus den 1850/60er Jahren stammen, war also zum Zeitpunkt der Aufnahme (1981) schon deutlich über 100 Jahre alt (gesehen als Schlackewagen bei der Saarberg-Bahn in Landsweiler- Reden). Was es wirklich ursprünglich war, wird sich nie mehr ermitteln lassen, aber immer wenn ich dieses Foto sehe, denke ich an ein besonders altes Schild, nämlich DIESES . . .
<5> Dieses Schild ist das älteste, das ich jemals besessen habe. Und dabei habe ich es sogar ZWEIMAL besessen und dazwischen 50 Jahre lang gar nicht . . . Denn dazu gibts diese sehr ungewöhnliche Geschichte: Dieses Schild habe ich um 1971 oder 72 selber abgebaut von einem Schrottwagengestell bei einer Zechenbahn (Rheinpreußen Kamp- Lintfort). Dort war ich als Jugendlicher auf einer Lok mitgefahren, von der aus die Mannschaft und ich sahen, daß es nebenan auf einem Schrottgleis etwas zu holen gäbe = Die beiden Lokführer haben mir geholfen, das Schild mit Hammer und Meißel abzuschlagen, da hatte ich es, wußte aber noch Nix von seinem hohen Alter, weil kaum was zu lesen war durch zahlreiche Farbschichten, die ich später aufwändig entfernt habe; Eine Arbeit mehrerer Tage. 1973 dann wollte ein Lokschildsammler dieses Schild unbedingt von mir haben und hat etwas Gutes dafür im Tausch geboten . . . Da war es weg. Weit weg. Aber die Welt ist klein: Anno 2025 sah ich genau DIESES Schild in der Angebotsliste eines Schildersammlers, der ganze Sammlungen aufkauft und weiterverwertet, und ich hatte das Glück, dieses Schild zurückkaufen zu können nach mehr als 50 Jahren! Auf der Rückseite ist mein Namenszeichen und die Jahreszahl “1973” noch erhalten, damals mit Filzstift aufgekritzelt. Ist das nicht eine schöne Geschichte? Und jetzt ist es wieder das älteste Schild, das ich besitze, und es stammt wohl aus der Epoche, aus der auch der Ursprungswagen zu Bild 4 stammt . . .
<6> Dies war natürlich ein Reisezugwagen. Aber nun ist es ein Zwitter. Gesehen 1996 in Hagen = 60 80 99-11 018-1
<7> Ein Blümchengießzug 2001 im Ruhrgebiet im Einsatz
<8> Deutlich zu sehen die Fontäne an Gift gegen Unkraut und die manuelle Kontrolle, die Nummer leider nicht lesbar
<9> Auch dies inzwischen ein Spezialwagen, vielleicht ein Tunnel- Inspektionswagen? (M- Bahn Merzig- Losheim)
<10> Das ist der 60 80 99-33 008-5, ein Bundesbahn- “Korrosionsschutzwagen für Stahlbauten”, natürlich auf der Basis eines Personenwagens. Aber was ist das zum Zeitpunkt der Aufnahme (in Morsum): Ein Güter- oder ein Reisezugwagen; wir einigen uns auf Spezialwagen
<11> Ein wahrscheinlich selbstgebauter “Fahrleitungs- Montagewagen FLM 1” der Lotrac mit der Nummer 80 80 9740 999-5 P, gesehen 2008 im Uw Adam- Bw in Eisenach im ehemaligen Lokschuppen (heute Werkstatt)

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Dank für Euer Interesse

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