„Kölner“ Brücke in Duisburg

– – –

Version 110822 mit 55 + 5 Bildern

Die letzten Tage der Kölner Ruhrbrücke in Duisburg

Was Viele nicht wissen: Die Ruhrbrücke in Duisburg-Kaßlerfeld, über die sich im Jahre 2022 noch der Gesamtverkehr in Ost-West-Richtung durch Duisburg quält, hat eine sehr lange und hochinteressante Vergangenheit: Sie ist ein Originalteil der Kölner Hohenzollernbrücke. Was denn? Kölner Eisenbahnbrücke? Wie kann das denn sein? Was auf den ersten Blick wie Blödsinn erscheint, wird nachvollziehbar, wenn man sich damit beschäftigt: Die Kölner Hohenzollernbrücke hatte bis zur kriegsbedingten Sprengung im März 1945 nicht nur die Eisenbahn, sondern auch den Autoverkehr und eine Straßenbahn über den Rhein getragen. Nach dem Kriege wurde aber nur die Eisenbahn wieder aufgebaut, wodurch die Hohenzollernbrücke zur reinen Eisenbahnbrücke wurde. Zwei der drei gesprengten Brückenbögen der Straßenüberführung waren aber noch nutzbar und wurden im jahre 1947 auf Schwimmpontons abtransportiert, um an anderer Stelle als Behelfskonstruktionen für andere Kriegsschäden genutzt zu werden. Und einer davon existiert bis heute!

So kam es, daß der rechtsrheinische der noch verwendbaren Bögen in Teilen nach Bingen geschafft wurde, wo er bis in die 60er Jahre des letzten Jahrhunderts im Einsatz blieb. Der zweite (domseitige) noch verwendbare Bogen wurde nach DUISBURG verkauft und war seitdem zwischen den Stadtteilen Kaßlerfeld und Ruhrort die Überbrückung der Ruhr als ursprüngliche Behelfskonstruktion. Niemand konnte ahnen und Keiner hat wohl nur im Ansatz daran gedacht, daß diese Brücke bis in die Neuzeit überdauern würde und daß erst im Jahre 2022 ihr letztes Stündlein schlagen würde -> Die neue Brücke ist bereits im Bau. Die alte Hohenzollernbrücke, also die „Kölner“ Brücke aus Duisburg wird in Kürze den Weg allen alten Eisens gehen und Neuem Platz machen. Wer die ehrwürdige alte Brücke noch einmal sehen möchte, sollte sich beeilen.

Hier soll eine kleine Dokumentation gezeigt werden, die der Kölner Brücke aus Duisburg ein Denkmal setzt:

<1> Dies ist die Brücke, von der die Rede ist: Die Überführung der Ruhr in Duisburg im (letzten) Zustand vom 18.07.22
<2> Aber es ist bereits eine Baustelle eingerichtet, denn ihre letzten Tage sind gekommen
<3> Bereits unübersehbar: Zwei Teile des neuen „Karl-Lehr-Brückenzuges“, wie die Überführung offiziell im Stadtplan genannt wird, denn er überspannt nicht nur die Ruhr, sondern auch mehrere Hafenarme. Die Bogenform wird also übernommen, aber der alte Charme geht für immer verloren, und mit ihm die Verbindung zu Köln . . .

– – –

Um die Historie zu verstehen, blicken wir mal weit zurück

Und erleben eine Überraschung:

Von unserer Duisburger Brücke gibt es tatsächlich ein ALTES Bild aus Köln (!)

und direkt darunter seht Ihr eine aktuelle Aufnahme aus Duisburg zum direkten Vergleich:

<Bilder 4 und 5> Exakt den Blick des Fotografen von 1926 habe ich am 24. Juli 22 in Duisburg nachgestellt: Derselbe Blick in selber Perspektive und in gleicher Himmelsrichtung (Westen) läßt eindeutig den Schluß zu, daß es sich bei der Brücke aus Duisburg exakt um den linksrheinischen kleinen Bogen aus Köln handelt! Siehe dazu die Zusatzbilder am Ende der Galerie! Änderungen an der Brücke seit dem Bild von 1926: Die Brücke wurde in Duisburg verbreitert und daher mit neuen Dachstreben versehen, die Bogenwände sind DIESELBEN wie damals und tragen die Original-Nieten vom Baujahr 1911!

Zum alten Bild 4 aus Köln: Dieses Bild findet sich auch bei WDR-digit, wo ich auch drauf aufmerksam wurde. Es ist aber keineswegs frei verfügbar, sondern gehört der Kölner Agentur United-Archives, von der ich eine lizensierte Version GEKAUFT habe, um sie hier zeigen zu dürfen. Ein Fotograf Jakob Volk hat das Bild im Jahre 1926 angefertigt. Dabei stand er auf der damaligen Straßen-Überführung der Kölner Hohenzollernbrücke und schaute nach Westen auf den Dom, rechts von ihm sind die Eisenbahnbrücken

<6> Aber nochmal zurück: In meiner Sammlung befindet sich dieses Bild aus der schwärzesten Zeit unserer Historie. Die Legende zu diesem Bild aus ungefähr 1946 ist unbekannt, da aber die Rechte nach 70 Jahren auslaufen, werde ich es wohl zeigen dürfen trotz unklarer Quelle, es ist wahrscheinlich eine Reproaufnahme einer alten Postkarte. Jedenfalls sehen wir die Kölner Brücke nach der Sprengung vom 6. März 1945 und wir stellen fest, daß alle drei Mittelbögen verschwunden sind, sie waren unrettbar zerstört. Und wir sehen genau den Bogen aus den Bildern 4 und 5 (!), es ist der erste der sichtbaren Bögen (der linke). Es ist gut erkennbar, daß dieser etwas breiter ist als die Eisenbahnbrückenzüge. Und genau dieser Bogen ist nach Duisburg gekommen (> Sollte jemand Ansprüche an diesem Bild haben oder die Quelle kennen, wäre ich für einen Hinweis dankbar!)
<7> Dieses Bild aus meinem eigenen Bestand zeigt die Situation um das Jahr 1970 herum: Die beiden Brückenzüge für die Eisenbahn sind wieder in Betrieb, aber die Rampe zur ehemaligen Straßenüberführung ist noch deutlich sichtbar, im übrigen findet man auf der Aufnahme auch noch den alten Bahnhof der KBE- „Rheinuferbahn“ !!
<8> Und auf der Deutzer Seite konnte man bis vor wenigen Jahren noch das alte Kopfsteinpflaster erkennen und sogar noch die Straßenbahn-Schienen, die seit dem März 1945 nicht mehr befahren wurden! Auch die Mode der Liebesschlösser war 1998 noch nicht erfunden, die schwappte erst viel später aus Italien herüber. Aber hier im feinen Abendlicht kann man die Nietkonstruktion sehr deutlich erkennen, die mit der Duisburger Brücke identisch ist
<9> Hier nochmals etwas deutlicher: Straßenbahngleise von 1945! Wir sehen zudem: Inzwischen ist wieder ein DRITTER Brückenzug hinzugekommen, allerdings auf der nördlichen Seite (für die Kölner S-Bahn), der Straßen-Brückenzug war bis 1945 ja südlich vorhanden, wie es um das Jahr 2000 herum noch eindeutig sichtbar war, Reste sieht man bis heute

Kommen wir nun nach Duisburg:

<10> Etwa im Jahre 1992 entstand dieses Bild der Duisburger Ruhrbrücke, die hochamtlich „Karl-Lehr-Brückenzug“ heißt und innerhalb der in Duisburg wichtigen Ost-West-Verbindung die Trennung der Stadtteile Kaßlerfeld (Innenstadt) und Ruhrort (westliche Vororte) überwindet. Auf dem Schild existiert noch die A430, die später zur A40 wurde. Der heutige Zustand ist im Groben noch mit dieser Zeit der frühen Neunziger vergleichbar
<11> Im Jahre 1995 sind wir mal etws näher dran und erkennen nur noch den Hinweis auf die Autobahn A2, denn auch die A40 ist hier schon wieder Geschichte, sie beginnt nun erst am Kreuz Oberhausen und nicht mehr in Venlo. Wir sehen aber auch, daß unsere Duisburger Brücke hier schon nicht mehr die originalen Dachverstrebungen besitzt, siehe Bild 5 oben! Aber die neuen Streben sind genauso genietet wie die ursprünglichen (!) – Jedenfalls sieht es so aus
<12> Das erfordert nochmal einen Blick nach Köln, wo 1978 die Konstruktion der Dachverstrebungen der Brückenbögen zu sehen ist – Beide sind 1978 durchbrochen und damit noch original aus dem Baujahr 1911!
<13> Das können wir uns noch genauer ansehen aus einem Dampflok-Sonderzug mit 41 241 im Jahre 1997: Keine der drei sichtbaren Dachverstrebungen scheint identisch mit der Duisburger Konstruktion, weder die ganz alte (durchbrochene) Version der linken Brücke, noch die neuere (nicht mehr durchgehend genietete) Version der mittleren Brücke, noch die neuzeitlich geschweißte Version der dritten Brücke rechts (nördlich). Das muß bedeuten, daß die Dachstreben in Duisburg beim Einbau der Brücke neu angefertigt oder zwischenzeitlich ersetzt wurden, was auch Sinn macht, weil die Brücke in Duisburg verbreitert wurde
<14> Schauen wir uns mal an, wie die Brücke im Jahre 1997 aussah mit ihrem Umfeld: Wir blicken über einen Hafenkanal in Richtung Kaßlerfeld und müssen uns die Ruhr noch hinter dem roten Auto vorstellen
<15> Im Jahre 2009 entstanden dann einige Detailbilder der Brücke, die inzwischen einen neuen Anstrich besitzt
<16> Noch redet Niemand von einem notwendigen Neubau, die Brücke erfüllt immer noch alle Erwartungen, obwohl sie in den Achtzigern mal schwer beschädigt worden war durch eine entgleiste Straßenbahn
<17> Aber auf dieser Aufnahme, die eigentlich den Belastungsschildern galt, sehen wir zufällig: Nun sind vollkommen neue (runde) Dachstreben eingesetzt, die aber an den Bögen wieder mit alter Technik vernietet wurden – so scheint es, tatsächlich ist es aber anders, wie weiter unten noch erläutert wird
<18> Schauen wir uns die Nieten mal näher an: Das war die Technik der Zeit, die wir hier bedenken müssen: Diese Brücke stammt aus den Jahren 1907 bis 1911 !!
<19> Das war schon ein gewaltiger Aufwand damals: Die Nieten mußten rotglühend eingesetzt und dann von der Gegenseite „breitgeschlagen“ werden
<20> Es muß Wochen gedauert haben, diese Teile zusammenzufügen – Aber Anerkennung: Sie halten seit über 100 Jahren!
<21> Dazu nochmal ein Vergleichsbild aus Köln: Dieselben Nietungen, dieselbe Konstruktion! Und noch eine Überraschung: In Köln wurden einige der ganz alten Dachstreben aus 1911 (= die durchbrochenen) noch verwendet bis in die Neuzeit
<22> Und (wenn es noch eines Beweises bedurft hätte): Auch hier dieselbe Niettechnik (siehe an den rechten Streben ganz oben) und dieselbe Konstruktion mit gleichen Winkeln -> Die Duisburger Brücke ist identisch mit dieser hier in Köln
<23> Machen wir weiter mit der Serie aus 2009, hier in Richtung Westen (Ruhrort) geblickt
<24> Auch dieses Bild hält jedem Vergleich mit Köln stand (außer den neuen Dachstreben), deren Technik wir hier aber gut erkennen: Von den alten Dachstreben wurden flache Platten übriggelassen, die immer noch wie früher vernietet sind. Diese Platten wurden in einen Schlitz der runden neuen Streben eingeschoben und dort verschweißt = Eine geniale Lösung, bei der Tradition und Moderne perfekt miteinander vernetzt sind!
<25> Nochmal mit Straßenbahn – wie bis 1945!
<26> Der Innenblick im Jahre 2009, als sie noch tragfähig genug für vier Fahrspuren war
<27> Ein Detail: Dies ist eine Reparatur (bzw. Verstärkung) aus sehr alter Zeit sein – aufwändig genietet, nicht geschweißt
<28> Nun sehen wir das Wasser der Ruhr -> Quellwasser aus dem Sauerland bei Winterberg
<29> Und nochmal ein Panorama, das es so schon nicht mehr gibt: Auf der Wiese, auf der ich hier stehe im Jahre 2009, wird gerade die neue Brücke zusammengeschweißt aus vorgefertigten Teilen, die letzten Tage der alten „Kölner“ Brücke sind gekommen, sie wird leider nicht erhalten werden (können)
<30> Nochmal ein Blick nach Köln: Der linke Bogen ist der „kleine“ Bogen, der rechte ist der Mittelbogen. Und wenn man nun das vorstehende Bild 29 mit diesem kleinen Bogen vergleicht, bleibt kein Zweifel an der tatsächlichen Herkunft der Duisburger Brücke aus Köln mehr offen

– – –

Nun haben wir noch eine Foto-Dokumentation vom 20. Juli 2022 mit einigen interessanten Details:

<31> Im Weitwinkel sind die Bögen der alten gemeinsam mit der neuen Brücke zu sehen. Grund für dieses Bild ist aber ein anderer: Hier sehen wir genau, um welches Maß die Brücke in Duisburg verbreitert wurde: Es ist auf beiden Seiten der Abstand zwischen der zusätzlichen Leitplanke und der jeweils ersten Schiene daneben! Der scheinbare „Bordstein“ an den Seitenwänden ist original aus Köln übernommen, die Bodengruppe ist lediglich um diese zwei Streifen erweitert
<32> Nur die modernere Beleuchtung ist eine Zutat der Neuzeit, die vielen alten Nieten halten seit über 100 Jahren alles zusammen
<33> Zwischen diesen Bautechniken liegen Welten: Niettechnik (wie bei der Titanic) und Schweißtechnik (wie bei allen modernen Stahlkonstruktionen) = mehr als 50 Jahre technische Entwicklung
<34> Schade drum = Das alles geht in Kürze auf den Schrott zur Wiederverwendung
<35> Damals wie heute: Die Straßenbahn. Die Brücke war schon bei ihrer Konzeption für diese Belastung angepaßt, was ihr diese lange Lebenszeit wohl erst ermöglicht hat. ABER die hohe Belastung war nur im Gleisbereich eingeplant, nicht an den Seiten: Dort hat der Schwerverkehr über die Jahre kräftig am Material gezehrt und DESHALB wurden die Fahrspuren auf nur noch eine je Fahrtrichtung verengt, man kann also sagen, daß die ursprüngliche Erweiterung nun in der letzten Phase der Brücke wieder weggenommen wurde
<36> Ganz so schwindelfrei wie beim Empire State Building mußten die Arbeiter nicht sein, aber sie kamen schon hoch hinaus
<37> Jede Niete mußte erst gebohrt, dann erhitzt, eingeschlagen und „vernietet“ werden mit irgendwie erzeugtem Gegendruck von der anderen Seite, welche Arbeit steckt dahinter!?
<38> Hier kommen auch mal die modernen Dachstreben ins Bild – wie gesagt eine Zutat der Neuzeit
<39> Hier ist die geplante Bautechnik erkennbar: der komplette Brückenzug wird neben dem alten neu gebaut, erst dann wird der alte abgerissen, hier sind Mittelpfeiler für weitere Brücken gerade im Bau
<40> Ziemlich eindeutig: Ein alter Mastfuß. Zur Technik dieser frühen Doppel-T-Träger kommen wir gleich noch – es GAB nämlich noch gar keine Doppel-T-Träger (!)
<41> Genauso eindeutig: Ein neuer Mast! Der Fuß ist geschweißt, der muß also im Laufe der Zeit hinzugekommen sein
<42> Hier ist er deutlich von den anderen zu unterscheiden, der neue Mast! Es ist der zweite im Sichtfeld. Dieser Mast mußte Anfang der Achtziger Jahre mal ausgetauscht werden, weil eine Straßenbahn auf der Brücke entgleist war und den alten Mast unrettbar verformt hatte
<43> Ein Kopfteil im Detail. Es ist mit großer Wahrscheinlichkeit das Ende, das im alten Kriegsbild (siehe oben) im Wasser lag. Wir sehen, daß die Bögen nicht geschlossen, sondern offen und zugänglich sind, wir brauchen also (zumindest hier) nicht nach der Technik fürs Nieten in Hohlkörpern zu fahnden (siehe dazu Bild 47)
<44> Mal eine Straba ohne störende Autos – ein Losgewinn an dieser Stelle
<45> Und hier sehen wir nochmal, wie genial die Ingenieure die neuen Dachstreben bestestigt haben: Gerade Platten von der alten Konstruktion in die Rohre der neuen Streben eingeschoben und darin verschweißt. Sehr genial gelöst! Die originalen Befestigungen von 1911 sind nachwievor (genietet) vorhanden
<46> Nochmal ein alter Fuß. Aber einer mit einer Reparatur-Platte, die aufwändig genietet ist = 9 Nieten für diese kleine Platte! Sowas MUSS ja 100 Jahre halten!
<47> Aber hier sehen wir mal die Niettechnik: Zuerst wird ein Loch gebohrt durch alle drei Platten, dann wird eine rotgrühende Niete (quasi ein Stängel mit einem Kopf ähnlich einem Nagel) hindurchgeschlagen und kräftig festgehalten (Gegendruck), dann wird das Ende des Stängels auf der anderen Seite mit speziellen Hämmern (später Pressluftgeräten) rund und dick geschlagen; Nach dem Abkühlen (= Material zieht sich zusammen) ergibt sich eine feste Verbindung. WIE das allerdings bei hohlen Teilen funktionierte mit dem Gegendruck, das ist auch mir nicht wirklich klar, das müßte ich mal hinterfragen, aber hier bei dieser Brücke stellt sich das Problem ja nicht, hier sind alle Nieten von der jeweils anderen Seite zugänglich
<48> Jetzt wird es aber Zeit, das Geheimnis aufzuklären, wie man Doppel-T-Träger gebaut hat zu einer Zeit, als es sie noch gar nicht gab!? Nun, die Walztechnik in großem Stile war noch nicht erfunden, da mußte improvisiert werden: Die „Doppel-T-Träger“ wurden kurzerhand aus mehreren Stücken zusammengebaut! Das erklärt dann auch die vielen Nieten an den Seiten, die bei modernen T-Trägern ja gar nicht notwendig sind, da diese nur aus einem Teil bestehen
<49> Hier sieht man, wie es ging: Man nahm eine gerade Platte und setzte vier Winkel an, dann hatte man insgesamt einen „Doppel-T-Träger“! Man sieht deutlich die Grundplatte in der Mitte, die senkrecht zwischen den Winkeln steht. Und die vier Winkel wurden angenietet, daher die vielen Nieten, nur zusammen ergab sich die Festigkeit, die erforderlich war – Und ich denke, DIESE Doppel-T-Träger würden ein Vielfaches der wirklich erforderlichen Last tragen können, man hat eben früher mit riesigen Reserven gearbeitet (auch, weil man die Statik noch nicht so diffizil berechnen konnte wie heute)
<50> Wenn Euch Jemand dieses Bild ohne Zusammenhang gezeigt hätte . . . Wäret Ihr sofort auf eine Brücke gekommen ??
<51> Wieviele Nieten werden bei der Brücke wohl verbaut worden sein? Bei der gesamten Hohenzollernbrücke waren es Millionen, aber es gibt keine verläßliche Zahl, die überliefert wurde
<52> Nochmal ein Blick zur Seite: Die Plattform zum Zusammenbau der Brücke(n) wurde extra angelegt und wird später wieder entfernt, der tatsächliche Verlauf der Brücke ist erkennbar durch das vorbereitete Vorfluterelement zwischen alter und neuer Konstruktion, wobei die sichtbaren neuen Brücken nicht nebeneinander, sondern hintereinander eingesetzt werden und damit zwei Teile eines Brückenzuges in Reihe darstellen – Die alte Bruücke wird also bis zur Fertigstellung der Neuen in Betrieb bleiben
<53> So ist das im Leben: Wenn Neues kommt, muß Altes weichen. Auch wenn es eine schöne alte Hundertjährige ist. Sie hat ihren Dienst getan, und ob die neue Brücke ebenfalls die „100“ überschreiten wird, ist gar nicht sooo sicher . . .
<54> Noch ein Gruß von Alt zu Neu, dann war´s das in ein paar Tagen, dann bleiben nur noch solche Bilder

– – –

<55> Daher zum vorläufigen Schluß der Doku noch ein Ruhr-Panorama von „unserer“ Brücke, wie wir sie in Erinnerung behalten sollten, denn bald schon sind diese Bilder historisch und es heißt: „Es war einmal . . .“

– – –

In welcher Ausrichtung steht die Brücke heute?

Ist es dieselbe Perspektive wie früher in Köln?

Das habe ich versucht, herauszufinden:

<101> Dies war das alte Bild von 1926, das wahrscheinlich einem Jakob Volk zugeordnet werden kann und das von der Agentur „United Archives“ dem WDR zur Verfügung gestellt wurde. Ich habe zum zeigen eine Lizenz gekauft, das Bild ist nicht frei!

Und nun legen wir mal beide infrage kommenden Möglichkeiten nebeneinander:

<102> Möglichkeit 1: Die nachgestellte Perspektive in Ost-West-Richtung (Richtung Duisburg Ruhrort gesehen)
<103> Möglichkeit 2: Der nachgestellte Blick in West-Ost-Richtung (Richtung Duisburg Mitte gesehen)

Und für beide Möglichkeiten vergleichen wir nun die im alten Bild sichtbaren Nietungen:

<104> Hier der direkte Vergleich für den Westblick: Links die Vergrößerung der alten Aufnahme, rechts das selbe Areal am 20. Juli 2022. Beim genauen Vergleich sind zwar leichte Abweichungen erkennbar, beispielsweise . . .
<noch 104> . . . beispielsweise sind diese beiden Nieten rechts und links von der Pfeilspitze neu hinzugekommen, hier sitzen nun drei Reihen übereinander, im Original waren es nur zwei Reihen. Daraus läßt sich aber kein Beweis ableiten. Beide Bilder zeigen scheinbar dieselben Nietungen, kein signifikanter Unterschied ist feststellbar
<105> Nun derselbe Bereich mit der Perspektive in östlicher Blickrichtung im direkten Vergleich, wo alles fast genauso aussieht wie im Bild 104, es gibt einen signifikanten Unterschied: Schaut Euch die Nieten am unteren Bogen ganz unten rechts am Bildrand an: Links im alten Bild ist eine Reihe mit 4 Nieten zu sehen, rechts sitzen an selber Stelle nur zwei einzelne Nieten
<noch 105> Im alten Bild deutlich sichtbar eine Nietreihe von 4 Nieten, im aktuellen Bild an selber Stelle nur zwei Nieten = Aber auch das kann kein Beweis sein, es zeigt nur, daß die Seitenplatte vom unteren Bogen offenbar erneuert wurde, wobei die alte Niettechnik angewandt wurde, sonst ist kein Unterschied zu sehen, ich kann also nicht nachweisen, ob die Brücke in Duisburg genauso ausgerichtet ist wie damals in Köln – aber das ist wohl auch gar nicht sooo wichtig . . .

ERGEBNIS der Untersuchung: Ich gehe beim genauen Vergleich vor Ort davon aus, daß die Brücke beim Transport nach Duisburg nicht gedreht wurde und heute genauso ausgerichtet ist wie damals in Köln, aber mit Fakten belegen kann ich es (bislang) nicht. Jedenfalls ist sicher: Die in Duisburg (noch) vorhandenen Brückenbögen entsprechen immer noch zu fast 100% dem Zustand aus Köln, es sind kaum Änderungen feststellbar => Der Beweis ist erbracht, daß es sich um die originale Kölner Hohenzollernbrücke von 1911 handelt!

– – –

Soweit bis hier, über neue Entwicklungen wird berichtet.

Dank für Euer Interesse