Sieck-Historie

Die Geschichte der Firma Werner Sieck Modellbau

soll nachfolgend skizziert werden, soweit sie durch unseren Freundeskreis, der die Mitglieder D.G., P.B., K-D und Hans Hilger umfaßt, nachvollzogen und recherchiert werden konnte. Es ist schwierig, an belastbares Material zum Thema zu kommen, seit sich Werner Sieck etwas vergrämt zurückgezogen hat nach der ziemlich plötzlichen Vertragskündigung durch die neu gegründete DBAG 1994. Nach deren Ansicht war die Werbung mit solchen Riesenmodellen nicht mehr zeitgemäß und zu teuer. In der Tat sind Preise überliefert, die normale Möglichkeiten überstiegen hätten, es ist die Rede von 15.000,- bis 25.000,- DM für Einzelmodelle (pro Stück!), wobei die aufwändigeren Lokmomotiven (z.B. durch die Stromabnehmer) und die Wagenmodelle mit detaillierter Inneneinrichtung (insbesondere der “Rheingold”-Aussichtswagen) die teureren Stücke waren.

Die uns bekannte Geschichte beginnt im Jahre 1957, als der junge Modellbauer Werner Sieck seine Kontakte zur Pressestelle der noch jungen Bundesbahn-Hauptverwaltung in Frankfurt nutzt, um der Eisenbahn ein Geschäft vorzuschlagen. Er möchte moderne Eisenbahnfahrzeuge im Modell herstellen, aber nicht als Kinderspielzeug, sondern in großem Maßstab als Werbeelement der Eisenbahn. Nach ersten Gesprächen bekommt er Zeichnungen des damals hochmodernen Vt 08 und beginnt, diesen im Modell in 1:20 nachzubilden – mit allen Details und sogar mit Inneneinrichtung. Dieses Modell führt er bei der Bundesbahn vor und kommt ins Geschäft mit dem Werbe- und Presseamt der DB, das fortan ziemlich regelmäßig Aufträge erteilt für weitere Modelle und die Aufarbeitung von bereits existierenden Stücken, die bei der neuen Idee der Bundesbahn Schaden genommen haben: Das Werbeamt bot Reisezentren, Fahrkartenausgaben, Reisebüros und Kaufhäusern, aber auch Firmen die Möglichkeit, diese Riesenmodelle zu Werbezwecken auszuleihen, und zwar kostenfrei. Dabei wurde schnell klar für Werner Sieck, daß das Hauptaugenmerk der Bahn auf den Wagen lag und nicht auf den Lokomotiven, denn die Werbestrategen waren ja keine Eisenbahnfreunde, sondern wollten darlegen, welchen Komfort moderne Eisenbahnfahrzeuge für den Reisenden bieten können. So legte Meister Sieck sehr viel größeren Wert auf die detaillgetreue Ausstattung der Wagen, als auf die Lokomotiven, bei denen selbst die Führerstände nicht nachgebildet wurden, sondern mit undurchsichtigen “Fenstern” verschlossen waren, während die Wagen tiefe Einblicke und feinste Details gewährten und wo dies nur beschränkt möglich war, kam Werner Sieck auf eine geniale Idee: Er schnitt das Dach des Wagens einfach aus und verschloß das Loch wieder mit durchsichtigem Plexiglas, sodaß der freie Blick ins Innere geboten war, wozu die Betrachter aber nahe an das Modell herantreten mußten, was absolut gewollt war und fundierte Werbeeffekte versprach.

Fortsetzung demnächst in diesem Theater!

Wir bitten um Geduld