Urmutter 143 001 (LEW 16323/1982)

Die Lokbauindustrie der DDR hat 1982 eine Versuchslok fertiggestellt, die als Schnellzuglok 212 001 auf die Räder kam und wenig später umgebaut wurde in die langsamere (aber stärkere) Pz-Variante 243 (später 143). Diese Musterlok, aus der die Serien 143 und 112/114 hervorgingen, war selten in einem regulären Einsatz, sie blieb Werkslok von LEW (später AEG) und ging schließlich 2000 an das Hüttenkombinat Eisenhüttenstadt, wo sie heute noch im Einsatz ist, inzwischen unter der Feder des derzeitigen EKO-Eigentümers Arcelor Mittal. Zum Lebenslauf siehe z.B. hier . (Darin “Weiße Lady” anklicken bitte!). Und diese Lok, von der ich seit ihrer Existenz vergeblich versuche, Bilder zu bekommen (also seit über 30 Jahren!), diese Lok war am 17. Dezember 20 plötzlich in erreichbarer Umgebung vorgemeldet, weil sie für wenige Tage an DeltaRail vermietet war. So kam es, daß ich einen Ausflug nach Lingen/Ems planen “mußte” – und dies sind die Ergebnisse:

Bild A8535. Der Bahnhof von Lingen im Zustand des Dezember 2020 mit dem alten Wasserturm des ehemaligen Aw Lingen im Hintergrund, Blickrichtung Nord (Emden/Norddeich). Rechts hinten steht das Objekt der Begierde!
Bild A8564. Prototyp-Musterlok 143 001 im Bahnhof Lingen/Ems am 17.12.20
Bild A8536. So lange hab ich nach ihr gesucht, und da steht sie einfach so herum . . .
Bild A8543. 143 001 ex 243 001 ex 212 001, Baujahr 1982
Bild A8544. Sie sieht nicht mehr ganz “frisch” aus, soll aber technisch top auf der Höhe sein
Bild A8545. Und hier sehen wir neben dem HU-Datum = 17.11.16 gleich zwei der eindeutigen Unterscheidungs-Merkmale zur Serie: An erster Stelle natürlich das nur bei dieser Lok verwendete Fenster im Dachaufsatz, zudem die Anzahl “14” für die Versteifungs-Sicken (die Serie hat nur 13)
Bild A8549. Eine Standard-Aufnahme nach den von Altmeister Carl Bellingrodt formulierten Normalien
Bild A8570. Im Hintergrund neben dem Wasserturm Teile des ehemaligen Dampflok-Ausbesserungswerkes Lingen (†1973)
Bild A8546. Kommen wir nochmal zurück zum Dachfenster, das es nur bei dieser einen Lok dieser Baureihe gibt. Dazu erreichten mich Bilder aus ganz anderer Quelle, die ich abfotografieren durfte mit Rechten – also bitte:
Bildnummer A8585, der ursprüngliche Autor ist mir bekannt, hier gilt aber mein Copyright. Es zeigt den Maschinenraum von innen, bei dem die untere Lichtquelle rechts von einer Lampe stammt, die obere aber vom erwähnten FENSTER. Links die Haupt-Schalttafel
Bildnummer A8587. Das Dachfenster von innen (linke Fahrzeugseite)
Bildnummer A8588. Eines der beiden Führerpulte der 143 001, das Unterschiede zur Serie aufweist, aber für diese Zeit (1982) hochmodern war. Deutlich sichtbar das Dako-Zusatzbremsventil
Bildnummer A8593. An dieser Stelle klebte mal ein Schild mit der Angabe “160 km/h”, als die Lok noch neu war und 212 001 hieß. KORREKTUR: Es waren wohl nur 140, nicht 160 km/h für die damalige 212 001
Bildnummer A8597. Blick in den Elektronik-Schaltschrank, der Kollege hat eine Reserve-Platine in der Hand, die einfach gegen eine defekte umgesteckt werden kann
Bildnummer A8598. Nochmals die Schalttafel, im Vordergrund der Umschalter für die Stromabnehmer und unten in der Mitte der Hauptschalter
Bildnummer A8603. Das legendäre Waschbecken in einem der Führerstände (längst nicht so spektakulär wie erwartet . . .)
Bild A8608. Es ist Zeit zur Abfahrt nach Bentheim, um dort einen Zug zu übernehmen
Bild A8611. Und mit diesem Bild macht sich die Lok auf den Weg zurück nach Bad Bentheim, wo es einen Zug nach Frankfurt/Oder zu bespannen gilt (der aber in der Dunkelheit erst abfuhr und daher leider nicht dokumentiert werden konnte)
Diese beiden Bilder habe ich freundlicherweise zur Verfügung gestellt bekommen von Christian “6083”, vielen Dank dafür! Hier sehen wir die Lok auf einer Ausstellung in Aachen West am 21.09.97 und . . .
. . . und hier begegnet sie dem Fotografen in Limmer am 10.09.04, wieder in einer ganz anderen Farbgebung.

Nun sind noch ein paar ältere Bilder hinzugekommen, die aus der Anfängerzeit von Steffen stammen und nicht mehr heutigen Qualitätsansprüchen genügen, die es aber dennoch absolut wert sind, hier gezeigt zu werden, also besten Dank an Steffen!

Wir sehen die Lok noch als 212 001 in Wittenberg, vorgespannt der 211 010, am 16. Januar 1983
Etwas näher und daher mit der recht sicher bestätigten Vermutung, daß es keine Schilder mit der Nummer 212 001 gab, dies hier sind relativ offensichtlich Klebefolien (siehe die nicht abgerundeten Ecken)
Blick auf die eigentliche Zuglok 211 010
Und auf die Seitennummer, die ebenfalls (mit Rand) geklebt ist
Am 26.08.83 sah Steffen die Lok noch einmal, und zwar wenige Wochen vor der Umnummerierung auf 243 001. Wir sind wieder in Wittenberg und die Lok “darf” nun alleine eine D-Zug ziehen, es ist keine Angstlok mehr dabei
Inzwischen ist die Lok umgebaut worden, wobei die Getriebeübersetzung geändert wurde (zugunsten höherer Zugkraft). Im Oktober 1983 wurde sie dann umgezeichnet in 243 001 (wie wir hier sehen), und wieder scheinen alle Anschriften geklebt zu sein. Die Lok macht schon was her mit ihrem weißen Outfit und den roten Kontrastbalken (Wittenberg, Oktober 1985, nicht 83, wie im Bild geschrieben). Heute gibt es übrigens die private 143 822, die wieder genauso aussieht wie damals die 001
Dann kam Steffen die Lok im Oktober 1999 wieder vor die Linse, und zwar in Halle/S. Inzwischen ist sie ganz weiß und hat ihre auffälligen Kontrastbalken verloren. Zweite Lok ist die BASF 1001
Und noch einmal konnte Steffen die Lok knipsen: Am 26.03.2003 kam sie ihm auf einer Probefahrt in Jüterbog vor dem hypermodernen Stellwerk vor die Kamera, gerade frisch lackiert in einer neuen Farbgebung (die wir weiter oben zu späterer Zeit sehen)
Hinter ihr steht 155 253, die ebenfalls auf Probefahrt war und hier eine Pause einlegt

Wir wünschen der stolzen Lok allzeit gute Fahrt,

Der “Urmutter” aller Serienloks der Baureihen 143 und 112/114.

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