Duisburg Hbf (Historie)

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Der Duisburger Hbf im Lauf der Jahrzehnte

Im Aufbau, noch nicht fertig, es wird fast jeden Tag daran gearbeitet!

Ich habe so viele Bilder aus dem Duisburger Nostalgiebahnhof, daß ich einen eigenen Galerieordner damit anlegen möchte. Auf dieser Seite steht die Historie im Vordergrund und geht weit zurück in die Vergangengeit bis zu den Vorgänger- Bahnhöfen des heutigen Hbf von 1934. Gute Unterhaltung, und eine Bitte: Wer Korrekturen hat, möge sie bitte melden, vielen Dank.

Hinweis: Die Historie kann hier nur in groben Zügen zusammengefaßt dargestellt werden, weiterführend siehe entspr. Literatur.

Diese Galerieseite zeigt ziemlich alte Bilder der ALTEN Vorgänger-Bahnhöfe Duisburgs, die an anderer Stelle lagen als der heutige Bahnhof von 1934. Aus der Gründerzeit stammte der erste davon, wobei jede Eisenbahngesellschaft ihre eigenen Gleisanlagen und Gebäude errichtete, bevor um 1880 mehr und mehr zusammengelegt wurde und später die Länderbahnen zur KPEV (Königlich Preussische Eisenbahn Verwaltung) verstaatlicht wurden. Der ERSTE Duisburger Bahnhof stand etwa dort, wo heute der Eingang zum großen Empfangsgebäude liegt und gehörte der „Köln-Mindener-Eisenbahn“, von ihm liegt mir leider kein Foto vor. Der ZWEITE Bahnhof war derjenige der „Rheinischen Eisenbahn“, der östlicher als der bisherige Bahnhof lag und aufgegeben wurde, nachdem die Bahnen zusammengelegt worden waren. Es gab einige Zeit sogar noch einen weiteren kleinen Bahnhof der „Bergisch-Märkischen-Eisenbahn BME“, zu dem mir aber wenig belastbares Material vorliegt, daher lasse ich den hier aus und verweise an die Literatur. Bis 1884 entstand dann der DRITTE Bahnhof in Insellage zwischen den Gleisen der ehemaligen „RE“ (Rheinische Bahn) und der „KME“ (Köln-Mindener Bahn). Dieser befand sich leicht östlich der auch im Jahre 2021 noch existenten ehemaligen Hauptpost und hatte eine Zufahrt aus einem „Tunnel“ heraus, der aus mehreren Eisenbahnbrücken bestand und der die frühe Königstraße mit der Mülheimer Straße verband. Dieser dritte damalige Duisburger Hbf ist gut dokumentiert auf alten Ansichten (meist Postkarten), zu denen angenommen werden darf, daß es keine Rechte mehr gibt – Sollte jedoch Jemand Ansprüche auf einzelne Aufnahmen anmelden, würde ich sie sofort entfernen und/oder die mir zur Zeit unbekannten Herkunftsquellen gerne nennen; Die nicht gekennzeichneten Bilder müssen im Augenblick als „Netzfunde“ gelten, die Quellen sind unklar. Der VIERTE Duisburger Hbf ist dann unser heutiger Bahnhof, der bis 1934 erbaut wurde.

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Wir beginnen mit dem Bahnhof, den Alle kennen:

Duisburg Hbf in seiner größten Ausdehnung

<1> Das ist der Duisburger Bahnhof, wie wir ihn Alle (noch) kennen, denn in den letzten Jahren hat er sich wieder stark verändert. Aber hier, aus der Zeit der Jahrtausendwende, stammt mein Bild, das im großen Zusammenhang die wohl weitläufigste Ausdehnung zeigt, die der Bahnhof jemals hatte – danach wurde nur noch zurückgebaut. Wir sehen das ausgedehnte Gelände des Güterbahnhofes, das zwar schon wieder grün bewachsen ist, aber noch deutlich sichtbar (während es heute schon wieder neu bebaut ist). Wir sehen rechts in Bildmitte die eigentliche und riesige Bahnhofshalle und viel weiter links erst die Bahnsteige – Dazwischen befindet sich der Tunnel, der unter den Gleisen des Güterbahnhofes hindurchführte. Wir sehen die 6 Bahnsteighallen und die Lücke in der Mitte für das Gleis 7, das einzige Gleis ohne Bahnsteig (!). Die Bahnsteige haben die Gleise 1 und 2, 3 und 4, sowie 5 und 6, dann kommt das bahnsteiglose Gleis 7 und es geht weiter mit den Bahnsteigen 8 und 9, 10 und 11, sowie 12 und 13 am Osteingang = „Otto-Keller-Straße“ (Ecke Kammerstraße)
<2> Ein paar Jahre später und fast das gleiche Bild – aber nur fast! Die Taxen stehen anders aufgereiht und der Bahnhofsvorplatz ist bereits neu gemacht in Vorbereitung der Bahnhofsplatte, die später einmal die Autobahn A59 zum Tunnel machen wird. Ganz hinten erreicht eine Wendezug-110 mit n-Silberlingen den Bahnhof in der Relation Koblenz- Emmerich und oben rechts sehen wir das Wedaustadion. In der Bildmitte die große Halle und die großzügigen Nebengebäude, vorne links das IBIS-Hotel
<3> Und hier das Horoskop für die nächste Zukunft, das in dem Moment schon Makulatur war, in dem es gedruckt wurde! Der Bahnhof soll neu gestaltet werden und eine neue, wellenartige (moderne) Hallenkonstruktion bekommen, aha. Allerdings ist bis jetzt (Stand 2021/12) nicht einmal ein Bauunternehmer gefunden, der den Plan der Bahn umsetzen will (zu den von der Bahn vorgegebenen Preisen). Erste feine Vorbereitungsmaßnahmen haben zwar tatsächlich begonnen, aber vom großen Neubau sind wir meilenweit entfernt, den werden viele unserer Leser wahrscheinlich nicht mehr erleben
<4> Schon im Jahre 2016 gab es eine Presseschau zum neuen Bahnhof EDG. Dabei war ein feines Modell der neuen Wellen-Halle. 2016! Das Modell setzt inzwischen irgendwo in einem Keller Grünspan an. Und gut, daß es während der Presseschau damals nicht geregnet hat: Siehe die undichte Decke oben links!!
<5> Es gelang irgendwie, das geplante neue Dach gemeinsam mit dem vorhandenen alten Dach durch das Plexiglas hindurch zu knipsen: Schön sieht´s aus. Aber wie gesagt: Wir sind meilenweit von einer Umsetzung entfernt . . .

Doch zunächst gehen wir mal weit zurück in die Vergangenheit und beleuchten die „guten“ Zeiten des Duisburger Bahnhofs, und zwar zunächst der ALTEN Bahnhöfe:

<6> 1916. Stellen Sie sich vor, sie gehen von der Königstraße kommend in den neuen (zweiten) Bahnsteigtunnel, durch den auch die Busse fahren (Richtung Mülheimer Straße) und Sie bleiben am Aufgang zu den Gleisen 1 und 2 stehen. Sie blicken nach rechts die Treppen hoch in Richtung Bahnsteig. Dann hätten Sie diesen Bahnhof vor Augen gehabt
<7> 1930. Nochmal: Sie schauen neben der DVG-Verwaltung im Bustunnel Königstraße die Treppe hoch zu den Gleisen 1 und 2, dann haben Sie genau DIESEN Blick vor Augen – allerdings vor 100 Jahren! Im Vordergrund quer die Mülheimer Straße, die bis hier noch „Mülheimer“ hieß und erst ab der ersten Bahnbrücke Königstraße, also weiter rechts vom Fotografen. Die Rampe zum Bahnhof führt südwärts auf Gleisniveau zum alten Inselbahnhof. Links die Gleise der ehemaligen Rheinischen Eisenbahn, rechts die der Köln-Mindener-Eisenbahn KME. Links ist hinter den Bahnbrücken die erste Einmündung zur Mülheimer Straße die Otto-Keller-Straße, die es heute nur noch am Osteingang gibt, die aber nicht mehr bis zur Mülheimer führt. Alles klar? (Hinweis: Das Bild gehört dem Stadtarchiv Duisburg und trägt drei verschiedene Bildnummern: 136, 6273 und 33/1963. Fotograf war Hermann Hill aus Duisburg, das Datum der Aufnahme wird angegeben mit 20. März 1930)
<8> 1900. Hier auf dem Bild, das ungefähr auf das Jahr 1900 geschätzt werden darf, sieht man die Lage des Bahnhofes und vorne die Otto-Keller-Straße, von der eben die Rede war. Das Bild dürfte also aus einem Haus an dieser Straße entstanden sein, das später der Erweiterung des Bahnofsgeländes Platz machen mußte. Dies ist aber bereits der DRITTE der Duisburger Bahnhöfe, der bis 1884 entstand für mehrere Bahngesellschaften und der den Vorgängerbahnhof der Rheinischen Eisenbahn ablöste, den wir weiter unten noch sehen werden
<9> 1910. Hier sehen wir links Häuser der Otto-Keller-Straße, nicht der Neudorfer Straße, wie man vielleicht annehmen würde! Die hier sichtbaren Häuser wurden der Bahnhofserweiterung beim Neubau 1934 geopfert
<10> 1916. Hier sehen wir das gleiche Bild von oben nochmal (Bild 4), aber aufgewertet und nachcoloriert. Diesmal ist es angegeben mit 1916, was dann natürlich auch für das obige Bild gelten muß
<11> 1920. Ungefähr 1920, Kraftdroschken haben Einzug gehalten, aber Pferdetaxen stehen noch daneben
<12> 1923. Ungefähr geschätzt auf 1923, wieder hat sich was getan: Der Bahnhofsplatz wurde neu gestaltet, vier Stufen kamen hinzu und Nebengebäude. Zudem wurde das Schild „Duisburg“ gegen „Duisburg Hbf“ erneuert
<13> 1925. Wieder gibt es keine exakte Datierung, es wird etwa 1925 angegeben und jetzt sehen wir, daß der Anbau vorne links zum „Schuhhaus Böhmer“ gehört, und daß es die „Rhein und Ruhr Zeitung gibt“, für die am Portal geworben wird
<14> Ein weiteres Bild aus dem Stadtarchiv Duisburg, das mit 1925 angegeben wird, was auch etwa stimmen dürfte

Und dann kommt der neue Haupt-Bahnhof ins Spiel:

<15> 1935. Der neue VIERTE (heutige) Bahnhof ist seit einem Jahr fertig. Fast ist man geneigt, die Situation mit heute zu vergleichen, aber das geht nicht, es liegen Welten dazwischen: Die Tiefebene ist noch lange keine Autobahn und wurde „nur“ für eine Wendeschleife einer Straßenbahn geschaffen, mit einer breiten Steintreppe in die Haupthalle führte. Das Ganze war hochmodern, riesig gigantisch (der Zeit angepaßt) bemessen und zeitlos elegant ausgeführt. Zudem war alles sachlich und genau problemorientiert für die Belange der (damaligen) Eisenbahn, der man riesige Zuwächse zuschrieb
<16> Etwas früher: 1930. Aus GLEICHEM Blickwinkel, also von der Mercatorstraße aus gesehen, dieselbe Szenerie, nur 5 Jahre eher! Der neue Bahnhof im Bau, ebenfalls ein Bild des Stadtarchivs Duisburg. Wir sehen die spätere Hauptpost als das etwas höhere Gebäude ganz links und den ersten Teil des späteren Bürogebäudes. Rechts davon in Bildmitte wird sich der eigentliche Bahnhof entwickeln. Der ehemalige Güterbahnhof der Köln-Mindener Eisenbahn im Vordergrund, dessen Stumpfgleise bis fast zur Königstraße reichten, wird komplett verschwinden und der neuen, sehr großzügigen Straßenbahnschleife Platz machen, aus der viel später die Stadtautobahn A59 wurde! Und: Mit diesem Bild können wir noch viel weiter in die Vergangenheit zurückblicken, denn das deutlich sichtbare Gebäude HINTER dem Neubau ist der frühere, nämlich der ZWEITE Bahnhof Duisburgs, derjenige der „Rheinischen Eisenbahn“! Wir sehen also, daß der RE-Bahnhof noch hinter der Hauptpost lag, etwa dort, wo im Jahre 2021 „Lucky Bike“-Fahrrräder verkauft werden (© Stadtarchiv Duisburg, ohne Nummer)
<17> Ungefähr 1930. Etwa zur gleichen Zeit wie das Vorgängerbild (vielleicht auch etwas eher) wurde dieses Foto aufgenommen, ebenfalls von Hermann Hill. Die Baustelle des neuen Bahnhofs liegt nun links von uns, dann sehen wir beim geraden Blick auf Neudorf den Inselbahnhof (schwer erkennbar: Man sieht die Bahnsteigüberdachung und den großen Querbau, das ist der Bahnhof). Die Kirche im Hintergrund ist die noch heute erhaltene Kirche „St.-Ludger“ am Ludgeriplatz. Das gesamte sichtbare Gelände vom Vordergrund bis einschließlich der Häuserzeile, aus der das weiße Haus (vor der Kirche) erkennbar ist, wird zum neuen Duisburger Hbf werden: Vorne die Gebäude, dahinter der Güerbahnhof, dann die Personengleise
<18> Wieder etwas zurück = 1928. Das Foto stammt wahrscheinlich vom 12.06.28 oder 1929, wieder von Hermann Hill, der viele Bilder dem Stadtarchiv hinterlassen hat, aus dessen Bestand diese Bilder (= schlechte alte Abzüge, keine Negative) stammen. Und hier sehen wir in ganzer Größe den ZWEITEN Duisburger Bahnhof, der zur „Rheinischen Eisenbahn RE“ gehörte. Auch hier muß der Fotograf (wohl etwas erhöht) an der Mercatorstraße gestanden haben und blickt genau geradehinüber zur Ludgerikirche, rechts ein Schornstein der Maschinenfabrik Bischoff. Zum Zeitpunkt der Aufnahme war der „Bahnhof“ schon Jahrzehnte als Solcher außer Betrieb, weil ja der Inselbahnhof genbutzt wurde. Bei der weiteren Lokalisierung wird es nun schwierig: Mercatorstraße ist klar, auch das Gütergelände ist klar, hier wird in Kürze der Bau des neuen Bahnhofes beginnen, aber die sichtbare Straße links: Das sollte die Straße „Am Buchenbaum“ sein, die es heute noch gibt, aber nur auf der anderen Seite der Mercatorstraße. Sie lief also ursprünglich hier weiter, machte vor dem RE-Bahnhof einen leichten S-Schwenk und bog dann nach links in die Königstraße ein. Die am linken Bildrand sichtbaren Häuser mit der Bier-Reklame gehören also zum Buchenbaum, nicht zur Königstraße. Vorne könnte das Zwischenlager eines Zirkusses zu sehen sein

Die Situation ist vielleicht mit diesen zwei Stadtkarten verständlich zu machen:

<19> Stadtplan Duisburg von 1894. Wir sehen die Gleisanlagen in Nord-Süd-Richtung, wie sie im Groben auch heute noch liegen. Wir erkennen die Königstraße, die Verlängerung Mülheimer Straße, die Mercatorstraße. Auf der westlichen Gleisseite, etwa dort, wo heute die Bahnhofsplatte liegt und der Eingang zur Bahnhofshalle, da erkennen wir den ersten Duisburger Bahnhof der KME. An der Straße Am Buchenbaum erkennen wir den RE-Bahnhof, also den zweiten Duisburger Bahnhof. Der dritte Bahnhof ist derjenige in Insellage zwischen den Gleisen, mit einer Zufahrt von der Mülheimer Straße aus, wir erkennen das Bahnhofsgebäude und den Wendekreis davor. Wir erkennen aber noch mehr: Im Bereich des ersten Bahnhofes liegt eine große scheinbare Brachfläche, die sich nach Norden hin fortsetzt. DAS ist die Trassierung der ursprünglichen Gleise der KME. Offenbar war im Jahre 1894, einige Jahre nach der Hochlegung der neuen Gleise für den „dritten“ Bahnhof noch nicht entschieden, was aus dem Gelände um den ersten Bahnhof geschehen könne
<20> Stadtplan von 1905. Hier wird klar, was aus dem Brachland um den ersten Bahnhof wurde: Ein Güterbahnhof! Und hier sehen wir auch die wieder durchlaufende Straße „Am Buchenbaum“, die parallel zur Königstraße aus dem Wohnviertel kommt und nördlich des RE-Bahnhofes (der als Verwaltungsgebäude noch eingezeichnet ist, nicht mehr als Bahnhof) in die Königstraße einmündet. Hingegen besteht weiterhin die Brachfläche nördlich der Königstraße, die viele Jahre lang weitgehgend unbebaut blieb und einige Jahre als Straße benutzt wurde – soweit mir dies bis heute bekannt ist. Erst in den Sechziger Jahren wurde diese Fläche und anschließend die Trassierung der hier noch eingezeichneten „Hafenbahn“ (nicht zu verwechseln mit dem heutigen Hafen) verwendet für die neue Stadtautobahn A59, die es bis heute gibt. Durch den Bau des neuen („vierten“) Bahnhofes auf dem Gelände der hier eingezeichneten Güter-Gleisharfe und der damit verbundenen großzügigen Ausdehnung der Gleisanlagen nach West und Ost verschwanden die älteren Bahnhöfe und die Otto-Keller-Straße, die hier parallel zum letzten östlichen Gleis deutlich sichtbar ist. Seit 1926 war übrigens auch der hier noch eingezeichnete (und genutzte) Streckenabzweig der ehemaligen RE entlang der Königsberger Allee (die damals noch anders hieß) verschwunden, wodurch sich eine weitere Brachfläche ergab, die bis heute als Grünstreifen erhalten ist, siehe Königsberger Allee (der Name soll seitdem erinnern an die Trasse der Züge, die hier bis nach „Königsberg“ fuhren)
<21> Das nächste Postkartenmotiv des Duisburger Hbf, das mir vorliegt, zeigt den Bahnhof im Jahre 1958. Die Tiefebene für die Straßenbahn ist erweitert und wird auch von Autos genutzt, der Bahnhof in ganzer Pracht ist gut übersehbar. Die ersten drei Bahnsteighallen haben noch Kriegsschäden, die Posthalle ist bereits existent. Danach hat sich am eigenbtlichen Bahnhof nicht mehr viel verändert, wohl aber im Umfeld
<22> Eine weitere Postkarte aus 1964. Die Tiefebene wird als Autobahn genutzt, die Straßenbahn ist dort verschwunden. Die Steintreppe von unten in die Halle ist noch vorhanden (bis heute!), aber von oben mit einer Betonplatte verschlossen und nicht mehr sichtbar, sie war aber bis zur Erweiterung der A59 vor einigen Jahren bei der Vorbeifahrt unten deutlich sichtbar und wäre sogar zugänglich gewesen – bis man sich an der Betonplatte den Kopf gestoßen hätte. Hinten rechts sehen wir die neue Posthalle, links eines der ersten Hochhäuser (= Neue Fruchtstraße 2, bis heute erhalten) und im Vordergrund ein Duisburger Wahrzeichen, der „Gläserne Hut“, eine weithin bekannte Gaststätte, ein früher Schnellimbiß, vorne rechts der Endpunkt der Überland-Straßenbahn von Düsseldorf

Vorschau auf weitere, noch unbearbeitete Bilder:

<xx> Die damals gerade erst wenige Monate alte 103 128 (mit Puffer-Verkleidung und Umlaufschürze) in EDG im Winter 71/72, also schon fünfzig Jahre alt. Auffälligster Unterschied zu heute ist wohl, daß es neben dem eigentlichen Personenbahnhof einen ausgedehnten GÜTERbahnhof gab, hier links im Bild. Wir sehen dort zahlreiche Gleise, auf einem Gelände, das inzwischen vollkommen neu bebaut wurde und nur ein einziges Gleis übergelassen hat, das heute noch am Hbf vorbeiführt
<xx> Auf dieser Aufnahme erkennt man die vielen Gleise des Güterbahnhofs, ich komme beim Zählen im Original-Negativ auf 13! Aber wie sehen auch noch etwas anderes: Die Original-Ausprägung des Lokschildes der 103: Wir wissen, daß dies kein Lokschild im üblichen Sinne ist, sondern ein als Lokschild genutztes technisches Bauteil der Lokomotive, weil es faktisch die Abdeckung des Luft-Einlasses für die Klimaanlage ist. Und deshalb (hier gut zu sehen) ist die obere Kante luftundurchlässig abgedichtet, nur in der Mitte (Steckloch für eine Oberwagenlaterne!) ist ein „Notloch“ für „zuviel“ Fahrtwind. Der Wind soll von unten einströmen und die Menge, sowie Art und Weise ist akribisch berechnet und ausgetestet
<xx> Dieses Bild ist das nächste gescannte Bild – was nicht unbedingt bedeutet, daß es auch auf dem Original-Negativstreifen das Nächste Bild war! Jedenfalls sehen wir einen Domecar, früher „Aussichtswagen“ im Original-Zustand mit dem ursprünglichen Glasdach (und dem noch aus dem schon fahrenden Zug herauslugenden Zugführer)
<xx> Bei diesem Bild sind die Züge bekannt: Es sind Rheingold und Rheinpfeil ungefähr um Weihnachten 1971 oder Anfang 72. Ich meine zu erinnern, daß der Rheingold der kürzere von beiden war (auf Gleis 4) und daß der Rheinpfeil mit der 103 130 eben länger war. Während dieser Zeit hat hinten die Bahnhofs-Köf (oder eine V60) Kurswagen zwischen beiden Zügen ausgetauscht, was damals in nur wenigen Minuten ablief (!)
<xx> Ob die beiden nun folgenden E10 am selben Tag aufgenommen wurden oder zu einem ganz anderen Zeitpunkt, ist und bleibt leider unklar. Jedenfalls trägt auch diese 110 468 noch ihre Puffer-Verkleidungen und alle anderen Originalteile
<xx> Möglicherweise war eine der beiden E10 einer der vielen Loks, auf denen ich im Führerstand mitfahren durfte zur Oma in die Eifel, also erstmal bis Köln. Ich habe oft gefragt, ob der „Meister“ mich eventuell mitnehmen würde, ich wolle auch Lokführer werden – und ungewöhnlich oft (aus heutiger Sicht) wurde meinem Wunsch entsprochen. Ich bitte die schlechte Bildqualität zu entschuldigen – eben schon 50 Jahre alt und nicht mit heutigen Maßstäben zu messen
<xx> Noch ein Bild aus ähnlicher Zeit, um 1972 herum. Nun sind wir in EDG auf Gleis 12 und der ehrwürdige Kilometerstein „63,2“ steht noch ohne Unkraut an seiner Stelle – Wir werden ihn noch öfter sehen, er wird bis in die Neuzeit überdauern, allerdings seit den zwanziger Jahren zwar an gleicher Stelle, aber ausgegraben und umgekippt mit Fundament
<xx> Zu dieser Zeit (Anfang der Siebziger Jahre) gab es noch E04 in Duisburg, eine Lokomotive, deren historischen Wert ich damals leider nicht erkannt habe. Es ist 104 021 mit einem Pz ins Münsterland
<xx> Auch die noch ziemlich originale 110 128 bereicherte mal kurz die Szene
<xx> Auch zu dieser 103 123 gibt es kein Datum, die Angabe „um 1980 herum“ muß reichen
<xx> Zustand des EG im Februar 2015. Die Bahnhofsplatte ist gerade neu aufgebaut und gestaltet worden
<xx> Ostwand der Bahnsteighalle = Osteingang Otto-Keller-Straße, Parkplatz, Zustand 2016/07
<xx> Ostwand-Detail mit Aufstiegsleiter, Regenablauf und künstlerisches Klebeband
<xx> Paßt das zusammen? Ein relativ modern anmutender (aber auch schon in die Jahre gekommener) Thalys-TGV im Nostalgiebahnhof EDG mit gut sichtbaren Klebebändern zum Zusammenhalten des Glases
<xx> Wie auch immer: Die Abendsonne macht auch aus einem Gammelbahnhof noch ein schönes Motiv! Sehr nachhaltig: Die vielen für die Tauben ausgebauten Fensterscheiben, sehr tierlieb! Mögliche Reisende brauchen zwar jetzt auch auf dem Bahnsteig einen Schirm, aber Tierwohl geht natürlich über alles
<xx> Der Osteingang in 2016/09. Willkommen im Großstadtbahnhof mit den vielen lustigen Klebebändern

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Fortsetzung folgt!

Damals war es noch der Hbf, heute ist es der Nbf. Und diese Entwicklung vom damaligen „Hauptbahnhof“ hin zum heutigen „Nostalgiebahnhof“, die soll etwas beleuchtet werden in diesem Galerieordner 25, der demnächst sicher mehrere Teile enthalten wird.

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Dank für Euer Interesse